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Nebel des Grauens


Seebrücke Timmendorfer Strand, Ostsee
Seebrücke Timmendorfer Strand, Ostsee

Es ist 3 Grad. Der Winter zieht sich in die Länge. Am letzten Sonntag im Januar war ich wohl der einzige, der mit einer Kamera in Timmendorfer Strand unterwegs war. Zumindest an der Wasserkante! Obwohl fast bundesweit strahlend blauer und wolkenloser Himmel herrlichen Sonnenschein ermöglichte, war ein ca. 200 - 400 m breiter Streifen entlang der Ostseeküste beständig in dichtes "frisches Steingrau" (Loriot) ;-) getaucht. Der Strand bzw. der Land/Wasserübergang war sonnenstrahlenbefreit. Von Nord-Osten kam ständig dichter Seenebel, der über der Wasserfläche der Ostsee aufstieg, herüber. Und da es fast windstill war, bestand keine Chance auf weniger Dunst ;-)

Nix eklig-feuchtes. Einfach nur ein feiner diffuser Dunst. Ein beeindruckendes Schauspiel. Es sah gespenstisch und unheimlich aus, denn es waren trotz des Wetters am Strand viele Menschen unterwegs, die sich von diesem Szenario nicht haben abschrecken lassen. Ein Spiel der Silhouetten und unscharfen Konturen. Und so habe ich die Kamera genommen und einfach mal ein paar Fotos gemacht. Das ist sie eben auch: die Ostsee im Winter.

 

Ich mag diese Seite des Meeres. Mal ganz anders. Nicht nur als Badeoase und Liegewiese. Und doch. Niemals zuvor wäre ich auf die Idee gekommen, bei diesem Wetter Fotos zu schießen. Wovon auch? Alle mögliche Motive verschwanden im Nebel. Und wenn es einigermaßen gute Sicht gab, dann war das Motiv doch recht kontrastarm. Aber zu Hause auf dem Rechner bekamen diese Fotos beim näheren Anschauen plötzlich ihren eigenen Charme. Und ich dachte: Das ist doch einen Blog-Beitrag wert. Mal keine "Schönwetterfotos".


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